Transformation ist (manchmal) doof!

Warum man Transformation auch mal scheisse finden darf und wieso man nicht alles mit Glitzerstaub ersticken muss...


Ich schreibe viel über Portaltage, über Energieschwingungen und den Auswirkungen, die sie auf uns Menschen haben können. Viele dieser Energien sind durchaus positiv, beleben einem und man sprudelt nur so von Energie, neuen Ideen und Impulsen. Aber es gibt eben auch jene, die heftig, aufwühlend und zum Teil recht unangenehm sind. Die einem körperlich und / oder emotional sehr zu schaffen machen. Und ich schreibe und stehe dazu, dass ich manchmal so meine Mühe damit habe, mich die Stürme manchmal aus den Socken hauen…


Und es nervt mich, dass es in der spirituellen Szene immer öfter mit Empörung wahrgenommen wird, wenn jemand Mühe mit dieser herausfordernden Zeit äussert. In letzter Zeit höre und lese ich nämlich immer öfter von jenen die behaupten, dass diese Zeit so wundervoll, so transformierend und einfach nur wunderbar sei.  Und auf die «niedrigschwingenden Individuen» (ihre Wortwahl, nicht meine) die Probleme mit diesen Schwankungen und Ereignissen äussern wird mit Fingern gezeigt, gibt es nur bemitleidende Blicke oder ein verständnisloses  Kopfschütteln. Und weil mir von so viel zartrosa-ich-rede-mir-alles-schön-und-affirmiere-den-rest-einfach-weg langsam ein wenig unwohl wird, breche ich jetzt eine Lanze für all jene, die so ihre Mühe mit diesen Energiestürmen haben. Für alle, die mal einen schlechten Tag hinter sich bringen oder auch mal einfach keinen Bock darauf haben (und kaum zu glauben - trotzdem oder gerade deswegen spirituell sind)!


Ich plädiere also für mehr Ehrlichkeit in dieser «Szene». Steht doch einfach dazu, dass diese herausfordernde Zeit nicht immer nur einfach ist. Es ist nichts Falsches daran, es auch mal fünf Minuten doof zu finden. Und wenn ich das sage kommen gleich die super Spiris (die kitschig positiv und über-affirmierten Spirituellen) um die Ecke und sind dann völlig aus dem Häuschen über meine Haltung. Aber Du bist doch so spirituell? Du müsstest doch über all dem stehen? Was stimmt denn nicht mit Dir? Und manche Arbeitskollegen/innen meinen dann etwas pikiert, dass ich wohl nicht genug in meinem Flow sei, zu wenig zentriert, oder zu wenig meditiert hätte, wenn mir das noch zu schaffen macht. Und da ich dieses über-harmonisierte Blabla nichts sonderlich mag sage ich Dir: Es ist in Ordnung, wenn man Transformation auch mal scheisse findet!


Transformation ist unangenehm, erfordert viel Mut, ist schmerzhaft und meist sehr aufwühlend. Und ich kenne niemanden der das wirklich einfach nur toll und wunderbar findet. Denn wir Menschen sind Gewohnheitstierchen und von Haus aus ziemlich bequem. Und wenn es gerade gut läuft und man in vielen Bereichen zufrieden ist, dann verlassen wir diese Komfortzone wahrscheinlich eher ungern. Da steht kaum jemand auf und schreit: «Es läuft grad so gut, komm lass uns alles übern Haufen werfen und bisschen transformieren!» Darum ist Transformation per se einfach schon mal doof. (Der Prozess als solches, nicht das Ergebnis) Denn es bedeutet, sich seinen Schattenseiten zu stellen. Seine Schwäche anzunehmen, Altes loszulassen und einen Schritt ins Ungewisse zu wagen. Es erfordert sehr viel Mut und Kraft.


Ich bin spirituell und trotzdem der Meinung, dass man etwas auch mal scheisse finden darf. Man muss sich das nicht immer schönreden. Man muss es nicht immer nur wunderbar finden und jeder einzelne Tag ist wunderschön und rosarot und zauberhaft. Man muss nicht immer alles nur flauschig und fluffig finden! Man darf auch mal einfach nicht in seinem Flow sein, ohne dass man deswegen von der spirituellen Aufsichtskommission gleich ausgeschlossen werden würde. 😊


Ich glaube, dass es eine Raupe in ihrem Kokon sehr gemütlich findet. Wahrscheinlich ist es dort warm, behaglich und sie fühlt sich sicher. Der Gedanke daran, diesen sicheren Ort zu verlassen ist wohl verunsichernd, macht vielleicht Angst und sie würde wohl lieber genau dort bleiben wo sie gerade ist. Und wenn die Transformation abgeschlossen ist, bekommt der Schmetterling seine wunderschönen Flügel nie zu sehen, er sieht nicht wie einzigartig und farbenprächtig er ist. Er fühlt sich einfach nur frei und fliegt davon.


Und genau das ist Transformation. Manchmal unangenehm, beängstigend oder schmerzhaft und am Ende befreiend. Egal wie spirituell man ist, man darf diesen Prozess trotzdem auch mal scheisse finden….


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